Naturschutz auf Ackerflächen

Der Landkreis Sömmerda trägt für 17 Pflanzenarten eine besondere Verantwortung, da diese thüringen-/deutschlandweit nur selten vorkommen oder ihren Verbreitungsschwerpunkt im Landkreis haben. Allein 6 Arten von diesen sind der Segetalflora (= Ackerbegleitflora) zuzuordnen. Dies bedeutet, dass ihre Vorkommen nur durch die Tätigkeit des Menschen (Ackerbau) erhalten werden können und dass sich Naturschutzmaßnahmen auch auf besondere Standorte der Ackerflächen konzentrieren müssen.

 

Ackernassstelle an der Windischen Lache (Foto: C.Schuster)

Neben den Ackerarten trockener Standorte sind auch Arten der Ackernassstellen und von zeitweilig überstauten Äckern auf diese speziellen und nur kleinflächig vorhandenen Sonderstandorte angewiesen. In Brandenburg konnte bei Untersuchungen zur Flora von Ackernassstellen eine Armleuchteralge festgestellt werden, die seit dem 19. Jahrhundert in Europa als verschollen galt.

Neben Artenschutzmaßnahmen auf Ackerflächen trockener Standorte sind im Landkreis Sömmerda seit 2010 auch Ackersenken ausgewählt worden, auf denen die dortige Flora (und sozusagen im Schlepptau auch die Fauna) gefördert wird. In diesem Zusammenhang hat sich auch die Universal-Agrar GmbH beteiligt. Zunächst sind 2 Ackersenken mit einer Fläche von jeweils einem Hektar ausgewählt worden. Diese werden unter Verzicht auf Pflanzenschutzmittel und Dünger regulär bewirtschaftet. Zusätzlich wurde der Reihenabstand verdoppelt und ein möglichst später Umbruchtermin angestrebt.

 

Eiblättriges Tännelkraut (Foto: C.Schuster)

Gleich im ersten Jahr konnten 10 besondere Artvorkommen ermittelt werden:
 

  • Blauer Acker-Gauchheil (Anagallis foemina)
  • Gewöhnlicher Krähenfuß (Coronopus squamatus)
  • Frosch-Binse (Juncus ranarius)
  • Kickxia elatine (Spießblättriges Tännelkraut)
  • Kickxia spuria (Eiblättriges Tännelkraut)
  • Feld-Klettenkerbel (Torilis arvensis)
  • Hartgras (Sclerochloa dura).

 

Bemerkenswert ist auch die Anzahl der festgestellten Arten: 56 auf der Fläche 1 und 68 auf der Fläche 2. Dies spricht ganz klar dafür, dass diese Sonderstandorte noch über ein Samenpotential vieler Arten verfügen, welches über die modifizierte Bewirtschaftung wieder aktiviert werden kann. Blühende Pflanzen kann man fast das ganze Jahr über diesen Flächen finden. Auch Vogelarten können von den nassen Ackersenken profitieren. Auf der Fläche 2 konnten 2017 Kiebitz und Flußregenpfeifer beobachtet werden.

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